A13 für alle Lehrkräfte löst die Probleme der Schularten nicht!

Montag, 21. Dezember 2020, 15:13 Uhr
A13 für alle Lehrkräfte löst die Probleme der Schularten nicht!
21.12.2020


„Die A13 für alle Lehrkräfte wird mehr Probleme verursachen, als sie vermeintlich löst“, so Heike Schimke, Vorsitzende des Thüringer Philologenverbandes. „Die Freude über die höhere Bezahlung wird der Ernüchterung weichen, dass die Probleme an den Grundschulen die gleichen geblieben sind. Das mussten auch die Regelschul-lehrkräfte in Thüringen bereits feststellen.“, so Heike Schimke weiter. „Nicht die Bezahlung ist das Problem bei der Nachwuchsgewinnung der Regelschulen und der Grundschulen in Thüringen, sondern die dortigen Arbeitsbedingungen. Bei den Grundschulen kommt die zu geringe Zahl der angebotenen Studienplätze in Deutschland hinzu.“

Die Regelschulen und die Grundschulen benötigen andere Arbeitsbedingungen als Gymnasien. Wie kann es sein, dass eine Grundschullehrkraft mit 25 Schülern allein gelassen wird, unter denen vom Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf bis zum Hochbegabten alles vertreten ist und man dann noch erwartet, dass die Lehrkraft allen gerecht wird? In Regelschulen ist die Problematik ähnlich: Schüler mit sonderpädagogischem oder pädagogischem Förderbedarf, Schüler mit eingeschränkten Deutschkenntnissen, Schüler mit großen Motivationsproblemen und Schüler mit Elternhäusern, die sich nicht um sie kümmern auch hier soll eine Lehrkraft alles allein richten? Das kann nicht funktionieren!

Der TPhV hatte deshalb dafür plädiert, dass man die Gelder lieber für eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen durch professionelle Unterstützung und Entlastung der Lehrkräfte an Grundschulen (und auch an Regelschulen) einsetzt.

Die A13 für alle Lehrkräfte wird den Run auf die ohnehin zu geringe Zahl an Studienplätzen für das Grundschullehramt verstärken, das Regelschullehramt noch unattraktiver machen und das Gymnasiallehramt schwächen. Warum sollte sich künftig jemand ein fachlich aufwändiges Studium antun, wenn er mit weniger Fachstudium und später geringerem Korrektur- und Vorbereitungsaufwand das gleiche Geld verdienen kann?
Heike Schimke ist für Stellungnahmen unter der Telefonnummer 01573 28 77 507 zu erreichen.

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