Stufenlehrerausbildung löst Lehrermangel an Regelschulen nicht!

Donnerstag, 28. November 2019, 07:58 Uhr
Stufenlehrerausbildung löst Lehrermangel an Regelschulen nicht!
20.Juni 2018


„Um den Lehrermangel an Regelschulen zu beseitigen, sind Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und des Ansehens der Regelschulen erforderlich.“ so Heike Schimke, Vorsitzende des TPhV.

Es hört sich so einfach an: Ein Lehrer wird für die Klassen 5-12 ausgebildet und dann einfach eingesetzt, wo man ihn braucht… „Das ist eine Illusion.“ konstatiert Heike Schimke. „Diejenigen, die als Gymnasiallehrer arbeiten wollen, werden das auch weiterhin tun. Wenn in Thüringen die Gymnasiallehrerausbildung abgeschafft wird, dann gehen die Studenten und Lehramtsanwärter eben in andere Bundesländer, in denen diese existiert.“

Wie andere Bundesländer mit Stufenlehrern oder einem einheitlichen Sekundarstufenlehrer umgehen, steht noch in den Sternen.
Zudem: Wenn ein Junglehrer nicht weiß, ob sein Abschluss in anderen Ländern voll anerkannt wird – geht er dann diesen Weg?
Auch Lehramtsanwärter aus anderen Bundesländern, die bisher in Thüringen die zweite Phase der Lehrerausbildung absolvieren, werden nicht mehr kommen, wenn es keinen Abschluss als Gymnasiallehrer mehr gibt.

„Die Reform ist völlig überflüssig. – so Heike Schimke weiter. „Auch jetzt schon kann in Thüringen ein Gymnasiallehrer an der Regelschule eingesetzt werden, wenn er dies will.“
Dass Junglehrer dies auch wollen, dafür muss etwas getan werden.
Der Philologenverband hat dem Bildungsministerium bereits mehrfach Maßnahmen zur Stärkung der Regelschulen vorgeschlagen:
• starker Unterstützungsapparat (Sozialarbeitern/ Schulpsychologen/
Assistenzkräfte an jeder Schule,
• kleine Klassen, in denen Unterricht nicht nur durch pädagogisches
Handeln bestimmt wird, sondern in dem auch der fachliche Aspekt
wieder eine höhere Bedeutung erlangt,
• Stärkung der Leistungsanforderung an den Gymnasien um
Regelschulen leistungsmäßig weniger ausbluten zu lassen,
… und weitere.

„So wie bisher angedacht wird die Reform der Lehrerbildung eine teure Umstrukturierung ohne Effekt.“ so Heike Schimke abschließend.


Heike Schimke ist für Stellungnahmen unter der Telefonnummer
01573 – 28 77 507 zu erreichen.

Downloads:

  • PM (248 kByte)
← zum Nachrichtenüberblick