Stufenlehrerausbildung schafft mehr Probleme, als sie vermeintlich löst

Mittwoch, 09. Januar 2019, 07:35 Uhr
Stufenlehrerausbildung schafft mehr Probleme, als sie vermeintlich löst
09.01.2019

Die Universitäten in Erfurt und Jena haben Offenheit für eine Diskussion über eine stufenbezogene Lehrerausbildung signalisiert.

„Die Stufenlehrerausbildung ist aus unserer Sicht kein Weg aus der Krise in der Nachwuchsgewinnung im Lehrerbereich!“ so Heike Schimke, Vorsitzende des Thüringer Philologenverbandes. „Diese Form der Ausbildung würde perspektivisch mehr Probleme schaffen, als sie vermeintlich lösen würde.“

1. Wer bisher Gymnasiallehramt studiert hat, studiert dann Lehramt für
die Sekundarstufe II. Oder man geht dahin, wo man Gymnasiallehramt
studieren kann - in andere Bundesländer. Resultat: Kein einziger
Bewerber mehr für die Regelschulen in Thüringen, als bisher auch.

2. Es wird definitiv mehr Studienabbrecher geben, wenn das
Lehramtsstudium für die Sekundarstufe I sich künftig am
Niveau des bisherigen Lehramtsstudiums für Gymnasiallehrkräfte
orientieren soll. Resultat: weniger Absolventen.

3. Nach Aussagen der Universitäten ist für die Änderungen ein größerer
personeller Aufwuchs notwendig. Auch der strukturelle Umbau
verschlingt Geld. Woher nehmen…?

4. Mangel an Geld und Personal führt zu Engpässen in Seminaren und
Praktika an den Unis und dadurch zu einer Absenkung des fachlichen
Ausbildungsniveaus. Resultat: Qualitätsprobleme…

5. Das Lehramtsstudium in Thüringen wird unattraktiv, wenn der Einsatz
später flexibel nach Bedarf (vielleicht auch gegen den Willen der
Lehrkraft) erfolgen soll. Resultat: Abwanderung in andere
Bundesländer.

Fazit: Die Zahl der Absolventen für die Regelschulen steigt nicht.
Es ist auch heute bereits möglich, Gymnasiallehrer an Regelschulen einzustellen, wenn sie dies wollen. Man sollte einmal hinterfragen, weshalb die Anzahl der Interessenten für das Regelschullehramt so gering ist.

Einziges Resultat der Stufenlehrerausbildung: Entspezialisierung der Lehrer.
„Es ist schon paradox.“- so Heike Schimke abschließend. „In nahezu allen Bereichen gibt es eine Zunahme von Spezialisierungen - nur im Schulbereich will man sie abschaffen!?“

Heike Schimke ist für Stellungnahmen unter der Telefonnummer 01573 – 28 77 507 zu erreichen.

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