Dritte Fremdsprache - so nicht!

Montag, 12. November 2018, 16:45 Uhr
Dritte Fremdsprache - so nicht!

Der Thüringer Philologenverband blickt mit großer Skepsis auf die geplanten Änderungen im Bereich der dritten Fremdsprache. „Die Aufwertung der dritten Fremdsprache ist an sich zu begrüßen“, so Heike Schimke, Vorsitzende des Thüringer Philologenverbandes. „Doch das geplante Verfahren der Umsetzung ist kontraproduktiv!“

Problematisch ist nach Auffassung der Philologen, dass eine dritte Fremdsprache nun nur noch in der 9. Klasse begonnen werden kann. Heike Schimke: „Dies ist für viele Schüler zu früh. Nur wenige können zu diesem Zeitpunkt schon abschätzen, welche Fremdsprachen sie für eine angestrebte Hochschul- oder Berufsausbildung benötigen.“

Die Philologen plädieren deshalb dafür, dass weiter in der 11. Klasse eine dritte Fremdsprache als (nun zusätzliches) Wahlfach belegt werden kann. In diesem Kurs erhielten die Schüler immerhin solide Grundkenntnisse, auf denen sie im Studium aufbauen können. Auch das Latinum, für viele Fächer Studienvoraussetzung, könnte auf diese Weise weiter an der Schule erworben werden.

Handlungsbedarf sehen die Philologen außerdem im Bereich der zweiten Fremdsprache. Heike Schimke: „Hier dümpelt Thüringen mit nur 14 Wochenstunden von Klasse 5 bis 10 im bundesweiten Vergleich (16 bis 19 Wochenstunden) immer noch am Tabellenende. Die Thüringer Abiturienten werden damit im Vergleich zu ihren Kommilitonen aus anderen Bundesländern im Studium eklatant benachteiligt!“

Heike Schimke ist für Stellungnahmen unter der Telefonnummer
01573 28 77 507 zu erreichen.
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