DPhV fordert Bildungsministerkonferenz auf: Ändern Sie den Ferienkalender! Sommerferienbeginn für alle Bundesländer frühestens ab dem ersten Juli-Wochenende
Dienstag, 02. Juni 2026, 13:25 Uhr
Der Deutsche Philologenverband (DPhV) fordert die Bildungsministerkonferenz (BMK) auf, den Terminkalender für die Sommerferien so zu ändern, dass die Ferien in allen Bundesländern frühestens ab dem ersten Juli-Wochenende beginnen! Nur so könne sichergestellt werden, dass die Zeitfenster zwischen Beginn und Ende der zentralen und dezentralen Abiturabschlussprüfungen und dem Beginn der Sommerferien in allen Ländern ausreichend und vergleichbar lang sind, um sowohl Schülerinnen und Schülern bundesweit besser vergleichbare Prüfungsvorbereitungszeiten als auch allen Lehrkräften angemessene Zeiten für Vorbereitung und Korrektur der anspruchsvollen Abiturabschlussprüfungen zu ermöglichen. Prüflinge und Lehrkräfte bekämen endlich mehr Zeit für die Vorbereitung qualitätvoller Prüfungen und Korrekturen. Zugleich würde eine gerechtere Vergleichbarkeit zwischen den Ländern erhöht.
DPhV-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing: Es ist in jedem Jahr dasselbe Dilemma! Ein Sommerferienbeginn vor dem ersten Wochenende im Juli verkürzt die Prüfungszeitfenster mit deutlichen Konsequenzen: Ein früherer Ferienstart schon im Juni erschwert nicht nur die sinnvolle Unterrichtsplanung, sondern verdichtet die zentralen und dezentralen Prüfungszeiträume für die Prüflinge und erhöht den Stress für die Lehrkräfte angesichts geringer Zeit für die sorgfältige Bewertung der Abiturabschlussprüfungen in manchen Ländern.
2021 etwa startete Mecklenburg-Vorpommern bereits am 21. Juni in die Sommerferien, die letzte schriftliche zentrale Abiturprüfung fand am 12. Mai statt. Zieht man vom verbleibenden Zeitraum bis Ferienbeginn nun die Zeiten für die Durchführung der dezentralen schriftlichen und der mündlichen Prüfungen und aller Nachprüfungen ab, wird sichtbar: Es bleiben nur wenige Tage, in denen sich Schülerinnen und Schüler auf die Prüfungen vorbereiten und ihre Lehrkräfte gewissenhafte Korrekturen vornehmen können. Ähnlich verlief es 2021 in Schleswig-Holstein (Ferienbeginn 21.06.), 2023 in Nordrhein-Westfalen (Ferienbeginn 22.06. – hier liefen die mündlichen Prüfungen sogar bis zwei Tage vor Ferienstart) oder 2024 in Sachsen und Thüringen (Ferienbeginn 20.06.).
Lin-Klitzing: Hinzu kommt, dass Lehrkräfte während der Abiturprüfungen nicht grundsätzlich vom nebenher regulär stattfindenden Regelunterricht befreit sind. Oft müssen sie extra einen Antrag stellen – doch ob dieser genehmigt wird, hängt von der Schulleitung und schulorganisatorischen Gegebenheiten ab. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der DPhV mit dieser Problematik an die Bildungsministerkonferenz gewandt und auch in den Medien eine Debatte über den Sommerferienbeginn ausgelöst – geändert hat die KMK ihren offiziellen Ferienkalender bisher jedoch nicht. Die veröffentlichten Termine bis 2030 sehen weiterhin sehr frühe Ferienstarts in mehreren Bundesländern vor – 2029 soll Mecklenburg-Vorpommern sogar bereits am 18. Juni in die Sommerferien starten.
Lin-Klitzing: Das kann verändert werden! Die Belastung an den Schulen ist während der Prüfungen ohnehin sehr hoch. Lernende haben in den Ländern mit sehr frühem Ferienbeginn im Juni weniger Zeit zwischen den einzelnen Prüfungen, Lehrkräfte kürzere Korrekturzeiträume als in Bundesländern mit späterem Ferienstart. Das erzeugt nicht nur Stress, es ist schlicht ungerecht! Daher fordert der DPhV die Bildungsministerinnen und -minister auf: Sorgen Sie für mehr Gerechtigkeit für Prüflinge und Lehrkräfte während der Abiturphase und sorgen Sie für einen Sommerferienstart frühestens ab dem ersten Juli-Wochenende! Sie haben es in der Hand!