Schlag in die Magengrube (Foto: Schimke + KI)
Zweiter Schlag in die Magengrube für Lehrer
20.05.2026
Das wird eine erneute Klatsche für Thüringer Lehrkräfte in diesem Jahr!, so Heike Schimke, Vorsitzende des Thüringer Philologenverbandes, zu dem gestern Abend vorgestellten Gesetzentwurf des Thüringer Gesetzes zur Anpassung der Besoldung und Versorgung in den Jahren 2026 bis 2028 und zur Änderung besoldungs- und versorgungsrechtlicher sowie anderer Vorschriften. Der Entwurf sieht unter anderem die Anhebung der Antragsaltersgrenze für Thüringer Beamte für den Eintritt in den vorzeitigen Ruhestand von 62 auf 63 Jahre vor.
Nach der Anhebung der Altersgrenze zur Gewährung von Altersabminderungsstunden kommt nun die zweite Anhebung, die die Arbeitsleistung vorrangig für die älteren Lehrkräfte erhöht. Bei allem Verständnis für Maßnahmen gegen den Unterrichtsausfall: Doppelt draufzuhauen auf eine Gruppe ist eine Zumutung!, so Heike Schimke weiter.
Wahr ist: Beamtete Lehrkräfte gehen eher in den Ruhestand – viele so früh wie möglich. Auch tarifbeschäftigte Lehrkräfte kündigen und gehen zum frühestmöglichen Termin in die Rente. Aber nicht, weil die Lehrkräfte es wollen, sondern weil sie einfach nicht mehr können: Die Aufgabenfülle, die Arbeitsbelastung und die Änderung der Arbeitsbedingungen in den letzten Jahren haben bei ihnen deutliche Spuren hinterlassen.
Für das vorzeitige Ausscheiden nehmen die Beamten und Tarifbeschäftigten zum Teil kräftige Abschläge hin. Der Leidensdruck ist indes so groß, dass sie dies in Kauf nehmen.
Die bisher erklärte Absicht der Landesregierung und der Hausleitung des Bildungsministeriums war, Lehrkräfte freiwillig länger im Dienst zu halten. Die Freiwilligkeit ist nur noch eine Worthülse!, so Heike Schimke abschließend.
Die Auswirkungen der Maßnahmen werden abzuwarten sein.