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Beamtenstatus für Lehrkräfte ist für die Sicherstellung des Bildungsauftrages der Länder zwingend erforderlich

Dienstag, 20. Januar 2026, 17:45 Uhr
Der Thüringer Philologenverband stellt mit Sorge fest, dass der Beamtenstatus von Lehrkräften wieder einmal in Frage gestellt wird.

„Diese Diskussion ist angesichts des Lehrermangels an unseren Schulen völlig realitätsfern und unsachlich!“, so Heike Schimke, Vorsitzende des Thüringer Philologenverbandes. „Eine Abkehr von der Verbeamtung in Thüringen würde die Versorgungssicherheit für Thüringens Schulen gefährden – mit langfristigen, einschneidenden Folgen für die Unterrichtsqualität und für die Schülerinnen und Schüler.“

Die Robert-Bosch-Stiftung hat in ihrem Deutschen Schulportal festgestellt, dass bundesweit tausende Lehrerstellen unbesetzt sind.
Durch den Anstieg der Anzahl der Schülerinnen und Schüler um bundesweit 600.000 werden der Lehrermangel und die Konkurrenz der Bundesländer um Lehrernachwuchs noch eine ganze Zeit anhalten.

„Die hoheitlichen Aufgaben der Lehrkräfte in Frage zu stellen, ist aus unserer Sicht nicht korrekt“, so Heike Schimke weiter. „Lehrer nehmen entscheidenden Einfluss auf das Leben und die berufliche Laufbahn ihrer Schülerinnen und Schüler. Durch die Vergabe von Abschlüssen, wie z. B. das Abitur, die Fachhochschulreife oder den mittleren Bildungsabschluss, durch Versetzungsentscheidungen sowie die Anordnung von Ordnungsmaßnahmen (§ 51 Abs. 3 ThürSchulG) übernehmen Lehrkräfte zentrale hoheitliche Aufgaben, die durch Verwaltungsakte ausgeführt werden. Dies und auch die von ihnen geforderte Demokratie- und Wertebildung der Kinder erforderten besondere Verfassungstreue, Neutralität und Loyalität. Das Berufsbeamtentum verankert diese Pflichten.“

Zudem stellt der Thüringer Philologenverband noch einmal klar, dass das Schulwesen in Deutschland Verfassungsrang hat. Das gesamte Schulwesen steht nach dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland unter der Aufsicht des Staates. Die Verfassungen der
einzelnen Länder – auch in Thüringen – spiegeln dies wider.
Letztlich ist festzustellen, dass der Beamtenstatus der Lehrkräfte durch das Streikverbot für Beamte die Schulpflicht und das Recht der Schüler auf Bildung und Unterricht sichert.

„Gute Schule lebt von Anspruch, von klaren Standards und verlässlichen Prüfungen!“, betonte der dbb Bundesvorsitzende, Volker Geyer, auf dem 42. Deutschen Philologentag am 13. November 2025 in Berlin. Er stellte in seiner Rede fest, dass der Beamtenstatus kein Privileg sei, sondern ein Schutzmechanismus. Er schütze den Staat davor, dass Bildung zur Verhandlungsmasse wird, indem er die Schülerinnen und Schüler davor schützt, dass ihre Lehrkräfte jedes Jahr wechseln, weil Verträge auslaufen oder Bedingungen sich verschlechtern.

„Der Beamtenstatus erhöht die Attraktivität des Berufs und gewährleistet gemäß Grundgesetz Art. 7 die Verlässlichkeit von Unterricht für Schülerinnen und Schüler sowie Neutralität im Unterricht gemäß den Werten unserer Verfassung. So trägt er aktiv zur Demokratiebildung bei und darf gerade in der aktuellen gesellschaftlichen Situation nicht leichtfertig zum Spielball politischer Effekthascherei gemacht werden“, führte die Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Frau Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, auf dem Vertretertag des Deutschen Philologenverbandes im November 2025 in Berlin aus.

Dem ist nichts hinzuzufügen.

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