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DPhV begrüßt Deutschlands Spitzenwert im MINT-Bereich in aktuellem OECD-Bericht – mahnt jedoch dringend die Stärkung der Lehrkräftebildung durch ein ausreichend langes Referendariat

Dienstag, 09. September 2025, 13:37 Uhr
Der jüngste OECD-Bericht „Bildung auf einen Blick 2025“ liefert Anlass zur Freude! Deutschland ist Spitzenreiter bei Hochschulabschlüssen in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT): mit 35 Prozent aller Abschlüsse im Tertiärbereich ist der Anteil höher als in jedem anderen Land im OECD-Vergleich. Dieser Spitzenwert dokumentiert das Potenzial Deutschlands für Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit.

Der Deutsche Philologenverband (DPhV) mahnt jedoch, diese Entwicklung nicht durch Ausweichstrategien zu gefährden. DPhV-Bundesvorsitzende Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing: „Die vorgeschlagenen politischen Maßnahmen wie etwa den Lehrkräftemangel vornehmlich durch Quereinstiege, eine verstärkte Nutzung außerschulischer Lernorte und digitale Bildungsangebote auszugleichen, greifen zu kurz. Sie verlagern das Problem – weg vom schulischen Lernort und qualifizierten Fachpersonal – hin zu externen und digitalen Lösungen.“

Der DPhV tritt daher vehement für die Stärkung der Lehrkräftebildung ein, insbesondere für die Beibehaltung und Sicherung des 24-monatigen Referendariats, das zunehmend verkürzt wird. Diese Ausbildungsphase ist essenziell – sowohl in fachlicher wie auch in pädagogischer Hinsicht.
Um Schülerinnen und Schüler erfolgreich nachhaltig fordern und fördern zu können, braucht es gesunde und leistungsfähige Lehrkräfte. An deren Leistungsfähigkeit hängt die Qualitätssicherung des Unterrichts. Deshalb brauchen wir in Deutschland für unsere Lehrkräfte:

- Entlastung im Schulalltag durch Abbau von überflüssiger Bürokratie, die nicht zum pädagogischen
Auftrag der Lehrkräfte gehört
- Altersteilzeit, damit Bestandslehrkräfte gesund bis zum Eintritt ins reguläre Ruhestandsalter
durchhalten
- präventiv-medizinische Angebote und eine Senkung des Stundendeputats, um psychische
Gesundheit und Unterrichtsqualität zu gewährleisten
- qualitativ hochwertige Fort- und Weiterbildungsangebote, die über punktuelle Maßnahmen
hinausgehen und kontinuierlich Professionalität sichern
- ein anspruchsvolles 24-monatiges Referendariat, das durch keine Praktika im Studium ersetzt
werden kann, mit professionellen Ausbildern für die Referendare.

Lin-Klitzing: „Der international herausragende Anteil von Absolventinnen und Absolventen in MINT-Fächern zeigt, welches Potenzial wir haben – wenn wir jetzt konsequent in unsere Lehrkräfte investieren. Quereinstiege und digitale Bildungsangebote sind kein Ersatz für eine fachlich fundierte Ausbildung in Studienseminar und Schule als zentralen Bildungs- und Ausbildungsräumen.“ Der DPhV ruft die Bildungspolitiker in den Ländern eindringlich dazu auf, systematisch in die professionelle Ausbildung und den Erhalt der Gesundheit unserer Lehrkräfte zu investieren – damit Deutschland dauerhaft weltweit führende Positionen erringen kann.

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