Wir tun, was wir können. Wir können aber für nichts mehr garantieren

Montag, 29. August 2022, 15:00 Uhr
Viele Lehrkräfte in Thüringen starten angeschlagen in das neue Schuljahr. Die Sommerferien haben nicht ausgereicht, um wieder voll leistungsfähig zu sein. Die drei vergangenen kräftezehrenden Schuljahre haben sich summiert und gesundheitlich bei vielen Lehrkräften ihren Tribut gefordert.

„Der sich weiter verstärkende Personalmangel, Probleme durch die anhaltenden Folgen der Corona-Pandemie und die Aussicht auf deutlich mehr zu unterrichtende Schülerinnen und Schüler aus der Ukraine führen bei Lehrkräften aller Schularten inzwischen zu einem unguten Gefühl bei der der Frage, wie der Schulalltag unter diesen Bedingungen noch bewältigt werden soll“, so Heike Schimke, Vorsitzende des Thüringer Philologenverbandes. „Wir Lehrkräfte können nur das tun, was wir leisten können? eine Garantie für bisher Selbstverständliches gibt es nicht mehr!“

Die Absicherung des Unterrichts ist an den Schulen nur mit Abstrichen möglich, individuelle Förderung kann in den zum Teil übervollen Klassen und bei den vielfältigen Problemlagen nicht garantiert werden, für Beratung und Betreuung der Schülerinnen und Schüler bleibt immer weniger Zeit übrig, der Verwaltungsaufwand frisst immer mehr Zeit, Kraft für Schulentwicklung, Fortbildungen,? ist kaum noch vorhanden.

„Wir jammern nicht, wir mahnen!“ so Heike Schimke weiter. „So wie in den letzten drei Schuljahren, in denen viele Lehrkräfte weit über ihre Kräfte gearbeitet haben, kann es nicht weitergehen. Ohne entsprechende Ressourcen kann vieles, was bisher von Schule als Institution geleistet wurde, nicht mehr stattfinden.“

Die Schulen benötigen dringend Unterstützung durch:
- Anmietung weiterer geeigneter Räume für die neu zu bildenden
Schulklassen,
- Einstellung von weiteren Lehrkräften und Hilfspersonal für die
Absicherung des Unterrichts und der Verwaltungsaufgaben,
- Sozialarbeiter und Psychologen zur Bewältigung der psychischen
Problemlagen der Schülerinnen und Schüler,
- Aufgabenüberprüfung bei den Lehrkräften und Entlastungsmaßnahmen
zur Reduktion der Arbeitsbelastung.

Bildungsminister Holter schrieb zum Schuljahresbeginn an die Schulen: „Gehen wir die Herausforderungen deshalb zusammen an!“ Die Thüringer Lehrkräfte hoffen, diesmal wirklich nicht allein gelassen zu werden.

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